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Mi, 21:25 Uhr
10.10.2018
Neues aus Sondershausen

Vom Hausboot bis zum Familienpfad

Heute ging es am Abend im Wirtschaftsausschuss des Stadtrats Sondershausen um die Nutzung des Areals Kiesgrube und in der munteren Diskussion war man sich einig dort wollen wir kein Hotel haben und es soll familienfreundlich bleiben bzw. werden...


Es um den Antrag der Fraktionen CDU/FWV, DIE LINKE. und Volkssolidarität vom 13. August 2018 Erarbeitung eines touristischen Nutzungskonzepts für die Sondershäuser Kiesgrube.

Vom Hausboot bis zum Familienpfad (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Martin Ludwig (VS) machte gleich am Anfang klar, der Schwerpunkt liegt nicht beim Tourismus. Aber er konnte sich freuen, so viele Teilnehmer hatte noch nie ein Wirtschaftsausschuss und er könnte sich vorstellen die Tagung öfter öffentlich zu machen.

Mit dem Antrag so Ludwig, wollen wir keine bisherigen Nutzer verdrängen (Anglerverein).

Auch wenn die Diskussion erst zum Schluss kam, einig war man sich, an der Kiesgrube will man kein Hotel haben, ob 3 oder 4 Sterne, so notwendig mehr Hotelkapazität in Sondershausen notwendig wäre.

Ein wichtiges Problem sprach der Anglerverein an. Aus bisher ungeklärter (n) Ursache(n) kippt alle zwei bis drei Jahre die Wasserqualität der Kiesgrube um und es gab Fischsterben. Trotz vieler Wasseruntersuchungen (auch von der K-UTEC Sondershausen) wurde bisher keine toxische Ursache gefunden (leicht höhere Salzwerte sind nicht die Ursache). Aktuell gibt es praktisch keinen Fischbestand, weil kein Neubesatz erfolgte! Wenn man trotzdem einige Fische sieht, dann stammen sie aus Laich, den Vögel aus anderen Gewässern mitgebracht haben.

Da die Kiesgrube weder eine Verbindung zur Mühlwipper, noch zur Wipper hat, können von dort nicht Zuflüsse verantwortlich sein. Bleibt nur eine unterirdische Quelle oder Altlasten die früher mal versenkt wurden und durch besonderer Strömungen (Wetterabhängig) wieder in der Kiesgrube verteilt wurden.
Angeregt wurde, eine mal früher vorgesehene Verbindung zwischen Mühlwipper und Kiesgrube sollte aktiviert werden, um zu einem Wasseraustausch zu kommen. Wegen der Gewässerzuständigkeit, könne das die Stadt Sondershausen nicht allein entscheiden.

Der Vertreter des Anglerverein informierte, dass es zusammen mit Landwirtschaftsministerium und dem Institut für Binnenfischerei ab Herbst bis Ende nächsten Jahres eine Langzeitstudie geben soll, bei der die Wasserqualität untersucht werden soll.

Der Vertreter des Anglerverein machte aber auch klar gegen ein paar Tretboote auf der Kiesgrube gebe es keine Bedenken, aber Jetskis würden stören.

Einige Vorschläge wurden in der Runde gemacht. Sehr gut kam der Vorschlag an, zwei oder drei Hausboote für die Übernachtung vorzusehen, die aber nur fest auf dem Wasser liegen und nicht über den Teich fahren.

Auch die Anlage eines Caravan.Stellplatzes wurde an der Kiesgrube favorisiert. Allerdings muss da auch vieles mit der Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten geklärt werden, die im Besitz angrenzender Flächen ist. Selbst die am Ostufer befindlichen Kleingärten gehören noch zum Stiftungsgelände und könnten nicht so ohne weiteres in die Umgestaltung einbezogen werden, wenn die Stiftung nicht zustimmt.

Einig war man sich auch in einer anderen Sache, ohne Einbeziehung der Naturschutzbehörden und Verbände geht nichts. Bei einer vorgesehen weiteren Sitzung sollen sie eingeladen werden.

Ein weiterer Vorschlag wurde gut aufgenommen: Schaffung eines barrierefreiem Pfad Lebensraum rund um die Kiesgrube bei der auch an Spielgeräte für die Kinder gedacht werden sollte.

Zur Sprache kamen auch ein möglicher Grillplatz und eine Paar Einstiegsstellen für Hunde. Was aber ausgeschlossen wurde, dass die Kiesgrube zu einem Badegewässer ausgebaut wird, denn den drei Freibädern sollte keine Konkurrenz gemacht werden.

Die Vertreter der Stadtverwaltung haben genügend Vorschläge für eine mögliche Nutzung erhalten. Wichtig sei aber erst die Probleme des Zuflusses und der Wasserqualität zu klären. Caravanstellplätze schaffen und dann tote Fische schwimmen sehen, das würde nicht zusammen passen.

Es bleibt also noch viel Luft, um die Ideen sprießen zu lassen, denn das Nutzungskonzept soll langfristig sein. Aber man sollte nicht ein Pfand aus der Handgeben, dass man stadtnah so ein Gewässer mit so einer Aussicht hat.

Ein Problem gibt es aber zu lösen, dass kn angesprochen hat. Der Bauhof der Stadt macht einen guten Job bei der Sauberhaltung des Schlossparks und dem Gebiet um die Kiesgrube. Was aber da von der Bevölkerung in kürzester Zeit an Müll und Unrat hinterlassen wird, ist grenzenlos. Es wird regelrecht Mülltourismus betrieben, wie die abgepackten Beutel mit Müll zeigen (Brücke an der Wipper Richtung Fasanerie). Wie so eine Kampagne aussehen soll, wird noch geklärt.

Zum Abschluss muss man feststellen, es war eine sehr konstruktive Gesprächsrunde und man verspricht sich von der Einbeziehung der Naturschutzleute noch bessere Resultate.
Wir sind als Wirtschaftsausschuss beratend tätig, es sind also auch keine Beschlüsse zu fassen, so Ludwig abschließend.
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