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Di, 05:42 Uhr
12.12.2017
Neues aus Bad Frankenhausen

REWE - wieder ein Markt auf der „grünen Wiese“

Eine kritische Betrachtung der Wählergemeinschaft „Pro Frankenhausen“. Dazu diese Meldung...

In seiner Sitzung am 23.11.2017 hat der Stadtrat mit 10:8:2 Stimmen grünes Licht für
den REWE–Neubau in der Esperstedter Straße gegeben.

Damit erwiesen die Befürworter im Stadtrat unserer Stadt einen Bärendienst. Aber vielleicht hat sich bis in unsere Stadtverwaltung der bundesweite Trend noch nicht herum gesprochen, weg von der „grünen Wiese“ und mehr für die Belebung der Innenstädte zu tun, zumal für dieses Einkaufszentrum die Fläche für einen möglichen Wohnungsbau geopfert wird.

Mit dem geplanten Neubau kommen etwa 750 qm Verkaufsfläche hinzu. Laut einem GMA-Gutachten besitzt Bad Frankenhausen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt schon eine 3-fache Ausstattung mit Verkaufsflächen pro Einwohner im Lebensmitteleinzelhandel.

Es handelt sich um einen reinen Verdrängungswettbewerb zu Lasten der bestehenden
und bewährten Versorgungsstandorte. Es werden nicht mehr Arbeitsplätze geschaffen und von der Gewerbesteuer hat unsere Stadt auch nichts, weil diese an die Konzernzentrale abgeführt wird.

Der neue REWE-Standort ist mit Blick auf die Gesamtstadt und deren Infrastruktur völlig unangepasst und inakzeptabel. Die damit verbundenen schädlichen städtebaulichen Auswirkungen, besonders die Innenstadt betreffend, rechtfertigen keine Zustimmung und können auch nicht im Interesse der Stadt und deren Bürger sein.

Man schmückt sich gern mit dem „Frankenhäuser-Familien-Band“ für eine familien- und bürgerfreundliche Kommune und legt viel Wert auf Barrierefreiheit.
Dabei hat man aber unsere älteren und behinderten Mitbürger vergessen, für die es in der Innenstadt überhaupt keine Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfes mehr gibt. Außerdem ist zu befürchten, dass der bereits jetzt enorme Fahrzeugverkehr weiter ansteigt, was einer Kurstadt wohl eher abträglich ist.

Als Fazit ist festzustellen, daß solche Fehlentwicklungen nur zustande kommen können, weil die Stadtverwaltung es bisher versäumte, weder ein städtisches Einzelhandelskonzept, noch ein Verkehrs- und Umweltkonzept zu erarbeiten. Das Projekt Ortsumfahrung wird gar ausgesessen!

Wählergemeinschaft „Pro Frankenhausen“
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Kommentare

12.12.2017, 11.05 Uhr
KS Bad F | beleidigte Leberwurst...
Es ist schon interessant was da für Statements von der Wählergemeinschaft "Pro Frankenhausen" kommen.

Nun haben also 10 Stadträte der Stadt einen Bärendienst erwiesen! Einer Stadt, welche das Glück hat zu wachsen, die mit einem großen Bundeswehrstandort punktet, wachsende Übernachtungszahlen aus Kur, Reha und Tourismus zu verzeichnen hat und als Wohnstadt immer attraktiver wird. Nun hat man demokratisch mehrheitlich beschlossen, dass ein treuer Gewerbetreibender sein Geschäft um ca. 850 m weiter östlich verlegt und sich damit vergrößern und gleichzeitig zukunftssicher machen kann. Ein Skandal!!!!

Auch die Nachnutzung des alten Marktes wäre durch den Umzug des benachbarten ALDI gewährleistet. In dessen Räumlichkeiten würde die Drogerie gerne umziehen. Am Ende wären 3 Einzelhandelsunternehmen der Stadt zufrieden, da sie sich in einer sich gut entwickelnden Stadt auch weiter entwickeln könnten.
Ein Skandal!!!!

Das wir bisher in Bad Frankenhausen nur einen Vollsortimenter im Gewerbegebiet in der Seehäuser Straße hatten, scheint die Wählergemeinschaft vergessen zu haben.

Und das das einzige Stadtratsmitglied der Wählergemeinschaft der Vorsitzende des Gewerbevereins der Kurstadt ist, anscheinend genauso. Was hat er denn gezielt dafür getan, die Innenstadt wieder zu beleben? Welches Gewerbe soll sich denn bitte in der Innenstadt ansiedeln um Waren des täglichen Bedarfs anzubieten? Wo sollen denn die Einnahmen herkommen, die diesen fiktiven Gewerbetreibenden ein anständiges Auskommen beschert? Wieviel neue Gewerbe gibt es denn durch die Wählergemeinschaft und ihren Vertreter im Gewerbeverein in der Innenstadt?

Kein Rentner oder gehandicapter Mitbürger wird wegen dem Umzug des Rewe-Marktes verhungern müssen, denn mit Lebensmittelmärkten sind wir tatsächlich gut bestückt, was aber nicht nachteilig sein muss. Denn anscheinend gibt es ja den Bedarf danach in der Stadt.

Wenn Sie wenigstens die Grünfläche als Solche hätten erhalten wollen, hätte man ja noch einen ökologisch guten Ansatz unterstellen können. Aber wichtig ist "Pro Frankenhausen" da wieder das Bauland.

Man bekommt den Eindruck und das durchaus von einigen Seiten in der Stadt, dass es den (dem) Protagonisten hier eher um persönliche Befindlichkeiten geht und weniger um die Bürger der Stadt. Wer auf der einen Seite immer mehr Wachstum, Modernisierung und Zukunftsfähigkeit will, aber auf der anderen Seite Stillstand erwartet, der hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

In diesem Sinne - vielleicht trifft man sich ja dann mal beim Einkauf im neuen REWE :-)
12.12.2017, 11.15 Uhr
Friedrich1. | Diese Überlegungen
sind völlig richtig. Die Einzelhändler inerhalb der Stadt müssen leben können. Zudem habe ich den Eindruck, das der Straßenverkehr innerhalb der Stadt enorm zugenommen hat ?
12.12.2017, 19.09 Uhr
uco | Nicht zeitgemäß
Als neu hierher gezogener möchte ich einwenden, dass der bestehende Markt vom Eingangsbereich, der Abtrennung des Getränkemarktes und der spürbaren Enge im Lebensmittelbereich einfach nicht mehr zeitgemäß ist.
Wenn man diesen Markt mit dem REWE in Heldrungen vergleicht- einfach das einfach Nacht zum Tag.
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