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Mi, 12:46 Uhr
13.09.2017
Neues aus Bad Frankenhausen

Reformation und Bauernkrieg

Ein kleines Schauspiel am Ende des Umzuges des Bauernheers, der am kommenden Samstag stattfinden wird, denn neben "Thomas Müntzer" wird auch "Martin Luther" dabei sein. Hier ein Blick in die Geschichte...

In den zurückliegenden zwei Jahren war zum Umzug anlässlich des Bauernmarktes jeweils ein besonderer Höhepunkt zu sehen und vor allem auch zu hören: Thomas Müntzer, dargestellt von Roland Sölle, trug Passagen aus seiner Vita vor. Und dies von einem Wagen, der in seiner Gestalt viel von einer „grünen Minna“ hat. Begleitet wurde er von zahlreichem Gefolge als Bauernfamilien, Fuhrknechten jedoch auch seinem Vollstrecker, dem Henker. Dieses Bild innerhalb des Umzuges dürfte sich eingeprägt haben.

Reformation und Bauernkrieg (Foto: Stadtmarketing Bad Frankenhausen)
Doch dieses Jahr ist Thomas Müntzer nicht allein unterwegs. Begleitet wird er von Martin Luther. Schließlich haben wir dieses Jahr das 500jährige Reformationsjubiläum. Und Müntzer ist ohne Luthers in Gang gesetzte Reformation nicht zu denken. Keine Reformation, dann wohl auch kein Bauernkrieg und damit 500 Jahre später auch kein „Bauernumzug“.
Zu Beginn der Reformation 1517 war Thomas Müntzer ein glühender Anhänger Luthers.

Doch schon wenige Jahre später der Martin für den Thomas nur noch ein Fürstenknecht. Und umgekehrt sah der Martin im Thomas allein den Erzteufel persönlich. Mögen beide einfach „gebacken“ gewesen sein, ihren Streit trugen sie teils in hochwertigen Streitschriften aus. Fast intellektuell. Das hat schon damals nur die gelehrte Welt und nicht einmal jeder Fürst verstanden. So haben wir uns gedacht, wir bringen den Streit der beiden auf den „Wagen“. Sprich, dieses Jahr gibt es einen neuen „Karren“ im Umzug zu sehen.

Er vermag beide aufzunehmen, den Thomas und den Martin. Im Umzug werden sie bereits eine Kostprobe aus ihrem Streit geben. Am Beginn steht Luthers Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg oder einfacher, der Martin hält die Thesen hoch und bringt sie unters Volk. Dann darf der Thomas dagegen halten und der Streit beginnt…. Endlich erreichen beide samt Wagen und dem allseits bekannten Gefolge den Untergelgen.

Im Feuer- und Fackelschein werden sie den Wagen verlassen und ihre Auseinandersetzung auf dem Platz zu Gehör bringen. Natürlich, das wissen wir, hat der Martin gewonnen oder schlichter, er setzte sich durch, weil der Thomas nach Mühlhausen zu seiner Aburteilung musste. Die Dramatik hoffen wir, gut umzusetzen.

Für beide war das Bauernkriegsjahr 1525 ein Schicksalsjahr. Für Thomas ging die Wirkungszeit unwiderruflich zu Ende, der Martin überschritt seinen Höhepunkt. Im Volk wollte ihn kaum noch einer hören. Die Fürsten machten nun für oder gegen die Reformation mobil. Doch enden wir dieses Jahr. Fürsten sind wir keine, sondern einfache Frankenhisser Bürgersleute. Wir laden Euch ein, uns am Untergelgen zu hören und zu sehen. Spielen tun wir am Lager der Thüringer Ritterschaft. Denn die bewachen unsere Utensilien, vor allem die „Schlosstür“ zu Wittenberg, die wir eigens für den Thesenanschlag mit bringen.

Sylva und Marcell Reinecke
für die teilnehmenden Bürgersleute
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